Lyrik ist langweilig? - Nein! Das bewiesen am 22. Februar 2017 die Teilnehmer beim Poetry Slam im Viscardi Gymnasium.

„Heavy-Metall“

Wir befinden uns im Jahre 2017 n. Chr., die ganze Welt scheint dem Wahn des Internets erlegen zu sein. Die ganze Welt ? Nein! Ein von Bayern bewohntes, kleines Städtchen am Rande der Provinz München leistet weiterhin Widerstand gegen den Vormarsch vom Verfall der Sprache!

Zu Zeiten von Asterix und Obelix, wurden Menschen, die Texte vortragen wollten meist an einen Baum gefesselt und geknebelt.
Mehr als 2000 Jahre später scheint die Gesellschaft von heute kaum Interesse an Lyrik und Co. zu haben. Verdanken haben wir diesen Zustand unser immer schneller werdenden Gesellschaft, aber auch diesen wunderbaren, kleinen, gelben Büchern, die in der Schule ausgiebig ausgeschlachtet werden.

Der 6. Poetry-Slam - Mittwoch 22.02.2017 - am Viscardi-Gymnasium hat jedoch das exakte Gegenteil bewiesen.
Egal ob jung, oder alt, klein oder groß - viele waren gekommen um sich diesen Slam nicht entgehen zu lassen. Selbst aus Unterhaching waren Poeten gekommen um Teil dieses Slams zu werden.
Elf Poeten (neun Viscardianer - zwei Hachinger) waren bereit ihr Können zu präsentieren, jeder von ihnen hatte zwei Texte vorbereitet und musste sich einer fünfköpfigen Jury stellen.

Im ersten Durchgang hatte jeder die Chance in drei bis fünf Minuten Zeit seinen ersten Text vorzutragen, die Jury bewertete im Anschluss, mit Hilfe von Punkte (0-10), den Auftritt.
Das jeweils beste und schlechteste Resultat aus der Jury wurde gestrichen und aus den restlichen drei Wertungen wurde die Punktzahl ermittelt. In das Finale dürfen die jeweils drei bestbewerteten Poeten einziehen, bei mehrfacher Punktgleichheit kann es auch mehrere Finalisten geben.
Und so kam es wie es kommen musste! Nach elf Runden hatten wir vier gleich bewertete Akteure á 29 Punkte.
Manuel konnte mit seinem gefühlvollen Gedicht „Hirn-Herz-Kollaps“ die Jury überzeugen und sicherte sich somit einen Platz im Finale. Moritz, der einzige, der seine Texte frei aufsagen konnte, qualifizierte sich ebenfalls für das Finale - mit dem Reim „Wenn sich Reime reimen, dann reimen Reime, Reime, solange es ihnen gefällt“.
Lisa’s „Neuauslegung“ der Geschichte Jesu, fand viel Gefallen im Publikum als auch in der Jury; schließlich konnte sie alle Anwesenden überzeugen, dass das Entertainment das älteste Gewerbe der Welt sei.
„Das Loch“ von Klara schaffte es ebenfalls in die letzte Runde und jeder Poet musste sich erneut beweisen und versuchen die Juroren zu überzeugen. Diese hatten nun zur genaueren Bewertung die Möglichkeit mit Hilfe einer Nachkommastelle die Bewertung zu verfeinern.

Das „Grande Final“ begeistere nochmals alle Zuschauer, wieder einmal wurden Höchstleistungen von allen vier Akteure erbracht. Somit war es auch nicht verwunderlich, dass zwischen Platz vier und dem ersten Rang nur 1,8 Bewertungspunkte lagen.
Die letztmalige Gewinnerin Lisa Strömsdörfer konnte mit 29.2 Punkten durchsetzen und ihren Titel verteidigen, dazu wählte sie ihren Text „Lügen der Welt“.
Moritz Riker aus der siebten Klasse wurden bei seinem „Ersten Mal“ auf Anhieb Zweiter mit 28.2 Punkten. Manuel Wünsche aus Unterhaching komplettierte das Podest mit 27.8 Punkten.

Abschließend: Jedem lege ich es herzlich ans Herz einen Poetry-Slam an unserem Viscardi zu besuchen, egal wie sehr Goethe, Schiller und Kafka - mit ihren wunderbaren, kleinen, gelben Büchern - einem die Nächte geraubt haben. Es ist jede Sekunde wert - die jungen Menschen in 200 Jahren werden eine Freude haben, sich an diesen Texten zu probieren, viel mehr als wird zur Zeit mit Faust, Iphigenie und Co.

Wer wissen möchte was „Heavy Metall“ mit einem Poetry-Slam gemeinsam hat oder ein generelles Interesse geweckt worden ist, ihr könnt euch einfach bei Fr. Reber melden und in den Wahlkurs Poetry-Slam reinschnuppern. Dieser findet immer mittwochs in der siebten Stunde statt. Neue Poeten werden zu jeder Zeit herzlich willkommen geheißen!

Marcel Holstein, Q11

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